Die Geschichte von Dilkrath sowie Zahlen, Daten und Fakten

Dilkrath ist wahrscheinlich in nachfränkischer Zeit, also im 10. oder 11. Jhd. durch Rodung entstanden. Darauf weisen die Endung “rath” (Rodung) wie auch die Form der Waldhufensiedlung und das Patronat der heiligen Gertrud hin. Die ersten schriftlichen Zeugnisse über Dilkrath stammen aus dem 14. Jhd.: 1326 wurden 40 Morgen te Dilkenrode erwähnt, während ein Verzeichnis aus dem Jahre 1349 die zur Herrlichkeit Dilkrath gehörenden Höfe und ihre Abgaben aufzählt. Folgende Familien sind als Herren von Dilkrath erwähnt: Goldsteyns 1438, von Nelkenbrock, von Heithausen, ab 1514 von Hatzfeld, 1593 von Hafften. Der letzte adelige Inhaber, Franz von Hafften, Rittmeister, Herr zu Schleveringhoven und Dilkrath, verkaufte seine gesamten Rechte am 5. Mai 1646 dem Kreuzherrenkloster Brüggen, das sie bis zur Säkularisation behielt.
In vergangener Zeit hat unser Dorf viel durch Kriegsunruhen zu leiden gehabt: während der Belagerung von Neuss 1474, im Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden, im Dreißigjährigen Krieg, im Siebenjährigen Krieg und schließlich beim Einmarsch der französischen Truppen unter Napoleon, Ende des 18. Jahrhunderts.
Danach wurde es vorübergehend etwas ruhiger. 1870/71 fiel nur ein einziger Soldat aus Dilkrath (aber immer noch einer zu viel). Bedeutend größer waren die Verluste im Ersten und Zweiten Weltkrieg, wo insgesamt 91 Dilkrather ihr Leben hingeben mussten.
Kirchlich gehörte Dilkrath früher zum Dekanat Wassenberg und zum Bistum Lüttich. Nach 1800 kam die Pfarre an das neugegründete Bistum Aachen, dann an Münster und zuletzt wieder an Aachen. Politisch regierten hier die Herzöge von Jülich. Nach dem französischen Zwischenspiel unter Napoleon wurde der Niederrhein zu Preußen geschlagen. Dilkrath war eine selbständige Zivilgemeinde. Am 1. April 1928 erklärten sich die damaligen Ratsherren mit einer Eingemeindung nach Amern St. Georg einverstanden, dem einige Jahre später der Zusammenschluss mit Amern St. Anton folgte. Seit dem 1.1.1970 ist Dilkrath ein Teil der Gemeinde Schwalmtal.

(Quelle: F.J. Cohnen im Heimatboten 1/1979)

Wo liegt Dilkrath ?

   

Dilkrath ist ein 1200-Seelenort am Niederrhein und gehört zur Gemeinde Schwalmtal im Kreis Viersen in Nordrhein-Westfalen. Dilkrath ist über die A52 (Abfahrt Waldniel-Hostert) oder die A61 (Abfahrt Viersen-Boisheim) sehr gut zu erreichen.

Zu Dilkrath gehören die folgenden Straßen: Boisheimer Straße, Genend, Gendohr, Nordstraße, Dorffeld, Vorstadt, Gertrudisstraße, Brüggener Hütte, Felderseite, Renneperstraße, Heidend und Zum Sonnenbach.
Dilkrath (incl.Renneperstraße) hat derzeit 1.188 Einwohner. 50,1% der Einwohner sind männlich - 71,8% sind katholisch, 13,4% evangelisch - 37,5% der Dilkrather sind ledig, 52,4% verheiratet - 4,1% ausländische Mitbürger haben wir in Dilkrath - 21,5,3% der Dilkrather sind älter als 65 Jahre.


Erläuterungen zu den Straßennamen:

Wie kommt das kleine Dorf Dilkrath zu einer „Vorstadt“? Sicherlich nicht, weil es im bisher besiedelten Dorf keinen Platz mehr gab! Es gibt zwei Deutungen:
a) Von Dülken her gesehen liegt dieser Straßenzug als „vorgelagerte Siedlungsstelle“ vor dem eigentlichen Ort, also „Vor-Stelle“ = „Vorstadt“ (die jetzige Nordstraße war bis zur Mitte des 19. Jh. unbebaut).
b) In ganz alter Zeit wurde das Feuer –wegen der Brandgefahr- außerhalb der geschlossenen Siedlung aufbewahrt, um von dort aus mit einem glühenden Scheid den Herd im eigenen Haus wieder anzünden zu können. Diese „Feuerstelle“ hieß dann in platt „Fürstatt“, daraus wurde „Vörstatt“ = „Vorstadt“
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